Neurofeedback

Das Neurofeedback ist eine Therapiemethode, durch die eine veränderte Gehirnaktivität erkannt und die damit einhergehenden Beschwerden therapiert werden können. Grundlage der Behandlung ist ein direkter Zusammenhang zwischen verschiedenen psychischen Beschwerden und einer veränderten Gehirnaktivität. Bei einer Neurofeedbackbehandlung werden Sie an ein Gerät angeschlossen, welches Gehirnströme misst. Durch den Therapeuten werden zwei Elektroden auf dem Kopf befestigt: eine Elektrode auf der Stelle die behandelt werden soll und eine sogenannte Referenz-Elektrode. Die veränderte Gehirnströme werden Ihnen auf einem Bildschirm gezeigt, wodurch Sie ständig Ihre eigene Gehirnaktivität sehen (Feedback). Das Feedback unterscheidet sich von einem Balken welcher die Höhe verändert bis hin zu Animationen, wo sich z.B. ein Auto bewegt auf der Basis von der Höhe der Gehirnströme. Außerdem können Sie auch ihre Lieblings-DVD mitnehmen, mit welcher dann trainiert wird.

Wenn eine Gehirnwelle in einem bestimmten Moment zu hoch ist, sehen Sie sofort ein negatives Feedback auf dem Bildschirm. Der Balken wird z.B. kleiner, das Auto fährt nach links oder der Bildschirm von dem Film den Sie sehen wird kleiner, so dass Sie weniger erkennen können. Sobald die Gehirnwelle wieder im normalen Bereich verläuft, wird die Animation wieder besser und Sie erhalten so positives Feedback. Der Balken wird wieder größer, das Auto fährt nach rechts oder der Bildschirm des Films wird wieder größer. Auf Grund der positiven Veränderung der Animationen, was eine Folge der besseren Funktionsweise des Gehirns ist, freuen Sie sich. Dadurch beginnt ein Lernprozess in welchem das Gehirn selbständig lernt besser zu funktionieren. Es lernt den Zustand, in welchen sich die Gehirnströme in einem positiven Bereich befinden, festzuhalten. Je öfter das Neurofeedback ausgeführt wird, desto  besser kann das Gehirn die Veränderungen speichern. Der Effekt von Neurofeedback ist nicht nur in einer veränderten Gehirnaktivität sichtbar, sondern auch in besseren Leistungen des Gehirns und verringerten Beschwerden.

Nebenwirkungen

Es sind keine Nebenwirkungen der Therapie bekannt. Es kommt vor, dass Patienten nach der ersten Behandlung müde sind. Das hat vor allem damit zu tun, dass sich der Patient während einer halben Stunde auf das Feedback konzentrieren muss. Deshalb wird meistens mit kurzen Einheiten von einer Minute Feedback begonnen. Zwischen den Einheiten hat der Patient dann kurze Pausen. Im Laufe der Behandlung wird die Dauer der Einheiten angepasst.

Nachweis für Neurofeedback

Immer mehr wissenschaftliche Studien bestätigen den Effekt dieser Behandlungsmethode. Bei Krankheitsbildern wie ADS, Depressionen und Epilepsie wurden die positiven Effekte des Neurofeedbacks bereits mehrfach nachgewiesen. Neue Untersuchungen bestätigen Erfolge bei Autismus, Gedächtnisproblematik, Migräne, Angststörungen und Zwangsstörungen. Einen Überblick von Zielgruppen, bei denen Neurofeedback als effektive Behandlungsmethode eingesetzt werden kann, finden Sie unter „Zielgruppen"

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Kosten und Dauer

Die Kosten und Dauer der Sitzungen: Aufnahme (60-90 Minuten): € 75,-
Behandlung (30 Minuten): € 45,-
Abschlussmessung (60 Minuten): € 75,-

Beim BMC können Sie auch eine (Q)EEG-Messung ausführen lassen zur Unterstützung von Diagnose oder eine Prognose für die Wirkung von Medikamenten (bei ADHD) zu erstellen. (Q)EEG-Messung (60 Minuten): € 75,-

Viele Zusatzversicherungen übernehmen ein Teil der Kosten einer Neurofeedback-Therapie, jedoch zu ganz unterschiedlichen Konditionen. Bitte informieren Sie sich direkt bei Ihrer Versicherung. Haben Sie Fragen über die Kosten? Dann melden Sie sich unter 02451-9152950.

Qualitätsmanagement

BMC bietet Gehirnstrommessungen und Neurofeedbackbehandlungen an, welche den höchstmöglichen Qualitätsanforderungen entsprechen. Studien belegen, dass Neurofeedback bei verschiedenen Krankheitsbildern und richtiger Durchführung erfolgreich ist. BMC schenkt aus diesem Grund Schulungen, Studien und der Entwicklung viel Aufmerksamkeit.

Alle Praxisinhaber und Mitarbeiter von BMC arbeiten nach festgelegten Qualitätsstandards. Die Praxisinhaber haben eine paramedizinische oder psychologische Ausbildung bzw. Studium absolviert. Außerdem haben sie eine interne Weiterbildung zum Neurofeedbacktherapeuten durchlaufen, in welcher Themen wie Gehirnstrommessungen und Neurofeedback bei gesunden Personen, Gehirnstrommessungen und Neurofeedback bei Beschwerden und Krankheitsbildern, das Erstellen von effektiven Behandlungsprotokollen und Qualitätsmanagement erarbeitet wurden.

BMC ist immer damit beschäftigt, die Qualität der angebotenen Messungen und Behandlungen zu verbessern. Dafür werden die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet des Neurofeedbacks beobachtet. Es wird mit neuester Software und Apparatur gearbeitet. Auch werden nur Behandlungen angeboten, zu denen bereits Studien durchgeführt wurden (evidence based) und die Effekte der Behandlungen werden stets evaluiert, um auf Grund dessen, die Behandlung zu planen und einzustellen (best practice). Patienten, die sich für BMC entscheiden, entscheiden sich für eine Behandlung, die den neusten Ergebnissen in Wissenschaft und Technik entspricht.

Gehirnstrommessung

Das Gehirn besteht aus Milliarden Nervenzellen, die miteinander über schwache  Ströme kommunizieren. Diese Ströme zusammen bilden elektrische Signale, die an der Außenseite des Gehirns messbar sind. Diese Messung der elektrischen Ströme wird EEG (Elektro-Encephalo-Gramm) genannt. Die Nervenzellen im Gehirn verständigen sich untereinander über verschiedene Arten von Gehirnströmen, diese variieren von langsamen bis zu schnellen Kurven. Durch die Berechnung der EEG-Signale ist es möglich den Anteil der verschiedenen Gehirnströme zu bestimmen. Dies nennt man ein QEEG. Diese Berechnung ist zu vergleichen mit dem Anhören eines Orchesters. Immer wenn wir ein Orchester spielen hören, hören wir verschiedene Instrumente zur gleichen Zeit. Dadurch bekommen wir einen Eindruck vom gesamten Musikstück. Dies ist zu vergleichen mit dem EEG. Wenn wir uns aber konzentrieren auf die einzelnen Instrumente, ist es möglich um z.B. Bässe (tiefe Töne) oder Klarinetten (hohe Töne) von einander zu unterscheiden und somit zu bestimmen, welche Instrumente zu laut oder zu leise spielen. Mit Hilfe von einer QEEG-Messung können wir herausfinden, ob die Gehirnströme  zu schnell oder zu langsam sind. Diese Gehirnströme haben Namen aus dem griechischen Alphabet bekommen, sowie Delta, Theta, Alpha und Beta. Das QEEG stellt die Basis des Neurofeedbacks dar.

Eine Gehirnstrommessung im Therapiepunkt
Um die Gehirnaktivität zu messen werden zuerst Elektroden auf dem Kopf befestigt. Die Anzahl der Elektroden und der Ort, wo diese befestigt werden sind abhängig von den Beschwerden. Die Signale der Gehirnzellen, die gemessen werden, sind sehr schwach, da sie durch den Schädel und die Haut müssen. Damit man doch Signale in guter Qualität bekommt, wird die Haut, wo die Elektroden befestigt werden, zuerst gereinigt. Dies geschieht mit Hilfe einer speziell für das EEG entwickelten Reinigungsflüssigkeit. Danach werden die Elektroden mit einem Gel gefüllt, welches für eine gute Weiterleitung der Signale und für eine gute Haftung der Elektroden auf dem Kopf sorgt. Das Anbringen der Elektroden ist komplett schmerzlos. Die Elektroden werden über einen Kasten verbunden mit der Messapparatur, welche am Computer angeschlossen ist, sodass die EEG-Signale gemessen und analysiert werden können. Um eine bestmögliche Wiedergabe der Gehirnaktivität im Verhältnis zu den Beschwerden zu bekommen, besteht die QEEG-Messung bei BMC aus einer Messung im Ruhezustand mit offen und geschlossen Augen und während einer oder verschiedener Aufgaben.

Behandlungsablauf

Wir möchten hier kurz darstellen wie ein Behandlungsablauf in unserer Einrichtung aussieht. Wir bieten ihnen die Möglichkeit einen Termin zu machen für ein informatives Gespräch indem Neurofeedback und unsere Arbeitsweise an Sie erklärt werden.

Aufnahme

Ein Neurofeedback-Behandlung kann nicht einfach gestartet werden. Hierzu ist eine ausführliche Aufnahme notwendig, in der die Problematik teilweise mit Hilfe von Fragebögen analysiert wird. Probleme und Beschwerden, die mit einem bestimmten Krankheitsbild im Zusammenhang stehen, werden anhand spezieller Fragebögen festgehalten. Anschließend erfolgt eine Aufzeichnung und Analyse der Gehirnaktivität. Falls hier vorhandene Irregularitäten mit dem Beschwerdebild in Zusammenhang gebracht werden können, ist eine Behandlung mit Neurofeedback sinnvoll. Die Ergebnisse erhalten Sie in einen schriftlichen Bericht mit einer Erklärung. Eine Aufnahme dauert 1 bis 1,5 Stunden.

Behandlung

Während der Neurofeedbackbehandlung verfolgen Sie auf einem Monitor Ihre eigene Gehirnaktivität in Form einer Animation und werden belohnt, sobald sich die Aktivität verbessert. Dies bedeutet, dass weniger aktive Bereiche des Gehirns stimuliert und überaktivierte Bereiche durch die Therapie gehemmt werden. Das Hauptziel jeder Behandlung ist die Optimierung der Informationsverarbeitung und eine damit einhergehende Abnahme der Beschwerden. Eine Neurofeedbackbehandlung dauert 30 Minuten und besteht aus mehreren Trainingsrunden. Während einer Behandlung wird geprüft, ob sich die Gehirnwellen tatsächlich verbessern und ob bestimmte Trainingseinstellungen durch den Therapeuten angepasst werden müssen. Zusätzlich werden in bestimmten Abständen des Behandlungszeitraumes Ihre Beschwerden besprochen, und es wird entschieden, ob eine weitere Behandlung erforderlich ist. Am Anfang findet in der Regel einmal pro Woche eine Behandlung in der Praxis statt. Da die Behandlungen Fortschritt machen, wird die Behandlungsfrequenz reduziert. Auch eine Behandlungsreihe zu Hause mit einem speziellen Gerät des BMCs kann nützlich sein. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter „Neurofeedback für zu Hause“.

Abschlussmessung

Sobald sich die Gehirnaktivität nicht mehr verändert, wird ein Termin gemacht für eine Abschlussmessung. Das Verfahren der Abschlussmessung ist vergleichbar mit der Aufnahme, die gleichen Fragebögen werden ausgefühlt und eine Aufzeichnung und Analyse der Gehirnaktivität erfolgt. Der Therapeut vergleicht die Ergebnisse vor der Behandlung mit den Ergebnissen nach der Behandlung, das Behandlungsverfahren wird eingestellt und ein Abschlussbericht verfasst.